Pseudarthrose behandeln: Wenn der Knochenbruch nicht richtig heilt

Haben Sie vor Wochen oder Monaten einen Knochenbruch erlitten, doch die Schmerzen wollen einfach nicht vergehen? Wenn die betroffene Stelle trotz der verordneten Schonphase instabil bleibt und im Röntgenbild keine feste Heilung sichtbar ist, kann eine sogenannte Pseudarthrose vorliegen. Diese ausbleibende Knochenheilung belastet Betroffene im Alltag stark und schürt verständlicherweise oft die Sorge vor einer erneuten, komplizierten Operation. Um eine Pseudarthrose behandeln zu können, müssen Sie jedoch nicht zwingend sofort operiert werden. Das Stoßwellenzentrum NRW bietet Ihnen modernste, nicht-invasive Therapieoptionen, die den natürlichen Heilungsprozess Ihres Knochens gezielt und schonend reaktivieren können.

 

Das Wichtigste in Kurzform

  • Falschgelenkbildung: Eine Pseudarthrose entsteht, wenn ein Knochenbruch nach mehreren Monaten nicht stabil zusammenwächst und sich ein beweglicher Spalt bildet.
  • Anhaltende Beschwerden: Typische Symptome sind dauerhafte Belastungsschmerzen, spürbare Instabilität sowie wiederkehrende Schwellungen im Frakturbereich.
  • Vielseitige Ursachen: Mangelnde Durchblutung, unzureichende Stabilisierung oder biologische Risikofaktoren wie Rauchen und Diabetes hemmen das Knochenwachstum.
  • Schonende Alternative: Die fokussierte Stoßwellentherapie bietet eine hocheffektive, nicht-invasive Option, um die körpereigene Knochenneubildung ohne Operation zu stimulieren.
  • Individuelle Betreuung: Das Stoßwellenzentrum NRW begleitet Sie mit präziser Diagnostik und einem maßgeschneiderten Therapieplan zurück in einen schmerzfreien Alltag.

Was ist eine Pseudarthrose?

Unter einer Pseudarthrose, oft auch als Pseudoarthrose bezeichnet, versteht die Medizin ein Falschgelenk nach einem Knochenbruch. Bleibt die knöcherne Heilung über sechs Monate aus, bildet sich statt stabilem Knochen eine bewegliche, bindegewebige Zwischenschicht. Diese macht den Bereich instabil und schmerzhaft. Ein Nachweis per Röntgen oder CT ist für die gezielte Therapieplanung von entscheidender Bedeutung.

Symptome: Woran erkennt man eine Pseudarthrose?

Das Leitsymptom einer Pseudarthrose ist ein anhaltender Schmerz, der auch Monate nach dem ursprünglichen Knochenbruch nicht abklingt. Betroffene spüren diesen Schmerz insbesondere unter Belastung, oft wird er jedoch auch als dumpfer, permanenter Ruheschmerz oder starker Druckschmerz direkt über der Bruchstelle wahrgenommen. Zudem klagen viele Patienten über ein ausgeprägtes Instabilitätsgefühl, das alltägliche Bewegungen oder das Tragen von Lasten massiv erschwert. Begleitend können in der betroffenen Region wiederkehrende Schwellungen, Rötungen oder lokale Reizzustände auftreten, die auf die ständige Fehlbelastung zurückzuführen sind. Um Ihnen einen schnellen Überblick zu verschaffen, haben wir die typischen Warnsignale nachfolgend zusammengefasst.

Typische Warnzeichen

Die Anzeichen für eine gestörte Knochenheilung entwickeln sich meist schleichend und werden von Betroffenen anfangs oft mit dem normalen Heilungsverlauf verwechselt. Ein erstes, deutliches Warnsignal ist es, wenn die Schmerzen Wochen nach dem Bruch oder einer Operation nicht kontinuierlich abnehmen, sondern stagnieren oder sich unter Belastung sogar wieder verschlimmern. Auch eine abnorme Beweglichkeit des Knochens, die sich wie ein zusätzliches, instabiles Gelenk anfühlt, deutet stark auf eine Pseudarthrose hin. Wenn zudem die Kraft in der betroffenen Extremität dauerhaft nachlässt und Schwellungen bei minimaler Aktivität zurückkehren, sollten Sie hellhörig werden. Ein sicherer Nachweis gelingt letztlich durch bildgebende Verfahren, welche die ausbleibende knöcherne Überbrückung des Bruchspalts zweifelsfrei dokumentieren.

Pseudarthrose – Warnsignale im Überblick

  • Schmerzen bestehen Wochen oder Monate nach dem Bruch unvermindert weiter.
  • Die betroffene Region fühlt sich instabil an und schmerzt bei Belastung.
  • Schwellungen, Rötungen oder Druckempfindlichkeit kehren immer wieder zurück.
  • Nach einer Operation oder einer langen Ruhigstellung bleibt die Stabilität aus.
  • Röntgen- oder CT-Bilder zeigen nach Monaten keine ausreichende knöcherne Durchbauung.

Ursachen: Warum heilt ein Knochenbruch manchmal nicht richtig?

Die Entstehung einer Pseudarthrose kann sowohl mechanische als auch biologische Ursachen haben, die den sensiblen Prozess der Knochenneubildung stören. Eine der häufigsten mechanischen Ursachen ist eine mangelnde Stabilität der Bruchstelle, die durch unzureichende Ruhigstellung oder eine zu frühe Belastung hervorgerufen wird. Biologisch spielt vor allem eine mangelhafte Durchblutung der Knochenfragmente eine entscheidende Rolle, da ohne ausreichenden Blutfluss wichtige Nährstoffe und Zellen für den Knochenaufbau fehlen. Auch komplexe Trümmerbrüche, offene Frakturen oder ein zu großer Abstand zwischen den Knochenenden begünstigen diese Komplikation erheblich. Zudem können allgemeine Risikofaktoren des Patienten, wie Rauchen, Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder bestimmte Medikamente, die Heilungsfähigkeit des Körpers massiv einschränken.

Häufig betroffene Knochen und Regionen

Einige Knochen in unserem Körper sind aufgrund ihrer anatomischen Beschaffenheit und ihrer Durchblutungsverhältnisse besonders anfällig für eine gestörte Heilung. Sehr häufig betrifft dies das Kahnbein der Handwurzel, das nach einem Kahnbeinbruch aufgrund einer ohnehin kritischen Gefäßversorgung oft nur sehr langsam oder unvollständig zusammenwächst. Auch das Schienbein (Tibia), das Schlüsselbein (Klavikula) sowie der Mittelfußknochen gehören zu den klassischen Prädilektionsstellen für eine Pseudarthrose. Bei diesen langen Röhrenknochen führen Scherkräfte und unzureichende Ruhigstellung besonders leicht zu einer ausbleibenden Knochenneubildung. Ebenso können Bereiche nach Versteifungsoperationen (Arthrodesen) oder Umstellungsosteotomien von dieser Heilungsstörung betroffen sein, was eine spezialisierte therapeutische Abklärung erfordert.

Pseudarthrose oder verzögerte Frakturheilung?

Für Betroffene ist es oft schwer zu unterscheiden, ob ihr Knochen einfach nur mehr Zeit zum Heilen benötigt oder ob bereits eine dauerhafte Pseudarthrose vorliegt. Bei einer verzögerten Frakturheilung ist der Knochenbildungsprozess zwar verlangsamt, schreitet aber unter fortlaufender Schonung oder konservativer Therapie dennoch stetig voran. Eine echte Pseudarthrose hingegen ist durch einen biologischen Stillstand gekennzeichnet, bei dem der Körper die selbstständigen Heilungsversuche ohne äußere Reize praktisch eingestellt hat. Die Grenze zwischen beiden Zuständen ist in der Praxis oft fließend und erfordert eine differenzierte fachärztliche Beurteilung mittels engmaschiger Kontrollen. Eine frühzeitige Abklärung hilft Ihnen dabei, den genauen Status zu bestimmen und langwierige, schmerzhafte Krankheitsverläufe proaktiv zu verhindern.

Diagnose: Wie wird eine Pseudarthrose festgestellt?

Der Weg zu einer sicheren Diagnose beginnt stets mit einer ausführlichen Anamnese, bei der der Unfallhergang, der bisherige Therapieverlauf sowie die aktuellen Beschwerden genau besprochen werden. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung prüfen Fachärzte die Belastbarkeit, tasten die betroffene Region auf Druckschmerz ab und beurteilen die Funktion angrenzender Gelenke. Den entscheidenden Aufschluss liefern hochauflösende bildgebende Verfahren wie das klassische Röntgenbild oder eine Computertomographie (CT), welche die knöcherne Struktur millimetergenau abbilden. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) herangezogen, um entzündliche Prozesse, die Durchblutungssituation oder Begleitverletzungen der Weichteile optimal zu bewerten. Anhand dieser Befunde lässt sich die Pseudarthrose in ihre spezifische Form, etwa vital-hypertroph mit gutem Durchblutungspotenzial oder avital-atroph mit mangelnder biologischer Aktivität,einteilen, um die weitere Therapie perfekt anzupassen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Pseudarthrose?

Die moderne Medizin bietet verschiedene Ansätze, um eine ausgebliebene Knochenheilung nachträglich wieder erfolgreich zu aktivieren. Welches Verfahren gewählt wird, hängt maßgeblich von der Stabilität der Fraktur, der Durchblutungssituation, dem Vorliegen von Infektionen sowie individuellen Faktoren ab. Das therapeutische Spektrum reicht von rein konservativen Maßnahmen über minimal-invasive, regenerative Therapien bis hin zu komplexen operativen Eingriffen. Dabei steht die Anwendung des jeweils schonendsten Verfahrens im Vordergrund, welches die biologische Knochenneubildung maximal anregt. Zur besseren Orientierung werden die wichtigsten Säulen der Behandlung im Folgenden detailliert dargestellt.

Ruhigstellung und Entlastung

In bestimmten, meist frühzeitigen oder stabilen Fällen kann eine konsequente Ruhigstellung und Entlastung der betroffenen Extremität ausreichen, um die Knochenheilung doch noch zu aktivieren. Hierbei kommen spezielle Gipsverbände, feste Schienen (Orthesen) oder Entlastungsschuhwerke zum Einsatz, welche die störenden Scherkräfte an der Bruchstelle minimieren. Begleitend wird häufig eine physiotherapeutische Betreuung eingeleitet, um den Muskelstatus zu erhalten und die Durchblutung des umliegenden Gewebes sanft zu fördern. Diese rein konservative Maßnahme erfordert jedoch ein hohes Maß an Geduld und ist als alleinige Standardlösung bei voll ausgeprägten Falschgelenken meist nicht ausreichend. Sie dient daher oft als begleitendes Element in einem ganzheitlichen, individuell abgestimmten Behandlungsplan.

Operative Behandlung

Wenn konservative Methoden versagen oder die Pseudarthrose durch eine extreme Instabilität gekennzeichnet ist, stellt die Operation oft den chirurgischen Goldstandard dar. Im Rahmen des Eingriffs entfernt der Chirurg das störende Narben- und Bindegewebe im Bruchspalt, um wieder frische, gut durchblutete Knochenränder freizulegen. Anschließend wird der Knochen mithilfe von Platten, Schrauben oder einem Marknagel stabilisiert, um eine feste Überbrückung zu garantieren. Bei biologisch inaktiven (atrophen) Formen ist häufig zusätzlich eine Knochentransplantation, beispielsweise aus dem Beckenkamm, oder der Einsatz von Knochenersatzmaterialien erforderlich. Obwohl diese Operationen hochwirksam sind, bringen sie die typischen Operations- und Narkoserisiken sowie eine teils sehr lange postoperative Rehabilitationsphase mit sich.

Regenerative Verfahren

Als Brücke zwischen der langwierigen konservativen Schonung und einer schweren, erneuten Operation haben sich in den letzten Jahren hochmoderne regenerative Verfahren etabliert. Zu diesen biologischen Ansätzen gehört allen voran die fokussierte Stoßwellentherapie, die als sanfte, aber hochwirksame Methode direkt am Ort der gestörten Knochenheilung ansetzt. Durch gezielte physikalische Reize wird der Körper dazu animiert, die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu reaktivieren und neues Knochengewebe zu bilden. Diese Behandlungen können ambulant durchgeführt werden, erfordern keine Narkose und belasten den Organismus im Vergleich zu einem chirurgischen Eingriff praktisch nicht. Dies bietet somit eine wissenschaftlich anerkannte Option, eine Operation zu umgehen und den Knochen auf natürlichem Weg zur stabilen Durchbauung zu führen.

Stoßwellentherapie bei Pseudarthrose

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) nutzt hochenergetische, fokussierte Schallwellen, die präzise in die Tiefe des Gewebes bis direkt an den betroffenen Knochenspalt geleitet werden. Dort entfalten die physikalischen Impulse eine mechanische Wirkung, die im Knochengewebe mikroskopisch kleine Reize setzt. Diese Reize wirken wie ein biologischer Weckruf: Sie regen die lokale Durchblutung massiv an, setzen wichtige Wachstumsfaktoren frei und aktivieren die knochenbildenden Zellen (Osteoblasten). Bei geeigneter Ausgangslage kann die Stoßwellentherapie eine äußerst sinnvolle, nicht-operative Behandlungsoption darstellen oder den Heilungsprozess nach einer Operation ergänzend unterstützen. Man profitiert von einer rein ambulanten Anwendung, die ohne Schnitte, ohne Narben und völlig ohne Narkoserisiken auskommt.

Für wen kommt Stoßwellentherapie infrage?

Die Stoßwellentherapie eignet sich hervorragend für Patienten, bei denen ein Knochenbruch trotz ausreichender Wartezeit und vorheriger Therapien einfach nicht stabil zusammenwachsen will. Besonders gute Erfolge können erzielt werden, wenn die Fraktur bereits durch Platten oder Schrauben mechanisch ausreichend stabilisiert ist, der biologische Heilungsimpuls jedoch ausgeblieben ist. Auch bei einer frühzeitig erkannten, verzögerten Knochenheilung kann die Stoßwelle den entscheidenden Anstoß geben, um einen langwierigen Verlauf abzuwenden. Geeignet ist das Verfahren für nahezu alle Altersgruppen, sofern keine akuten Kontraindikationen vorliegen und eine präzise fachärztliche Voruntersuchung durchgeführt wurde. Viele unserer Patienten wählen diesen Weg ganz bewusst, um das Risiko und die Ausfallzeiten einer erneuten, belastenden Operation zu vermeiden.

Wann ist Stoßwellentherapie nicht geeignet?

Trotz ihrer hohen Sicherheit und Gewebeverträglichkeit gibt es medizinische Konstellationen, bei denen von einer Stoßwellentherapie abgesehen werden muss. Eine absolute Kontraindikation stellt eine akute, floride Infektion im Bereich des Knochenbruchs dar, da Keime durch die Schallwellen weiter im Gewebe verteilt werden könnten. Auch bei einer extrem instabilen Fraktur, die mechanisch überhaupt nicht fixiert ist, kann die Stoßwelle allein keine stabile Ausrichtung der Knochenenden erzeugen. Ebenso schließen Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet, eine bestehende Schwangerschaft im relevanten Bereich sowie schwere, unbehandelte Blutgerinnungsstörungen diese Therapieform aus. Derartige Risiken werden im Vorfeld durch eine lückenlose, fachärztliche Diagnostik und ein persönliches Aufklärungsgespräch konsequent ausgeschlossen.

Ablauf der Behandlung im Stoßwellenzentrum NRW

Der Weg zu Ihrer erfolgreichen Knochenheilung folgt im Stoßwellenzentrum NRW einem klaren, qualitätsgesicherten medizinischen Ablauf. Wir überlassen nichts dem Zufall und stimmen jeden therapeutischen Schritt präzise auf Ihre individuelle Krankengeschichte und Ihren aktuellen Befund ab. Unser erfahrenes Team begleitet Sie dabei von der ersten Beratung über die hochpräzise Stoßwellenanwendung bis hin zur strukturierten Nachsorge. Durch diese lückenlose Betreuung stellen wir sicher, dass Sie sich jederzeit bestens aufgehoben fühlen und Ihr Knochen die optimalen Bedingungen für eine schnelle Regeneration erhält. Nachfolgend haben wir die sechs wesentlichen Phasen Ihrer Behandlung übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Anamnese und Sichtung der Vorbefunde:

Wir besprechen ausführlich Ihre Beschwerden, den Unfall- oder OP-Verlauf sowie Ihre bisherigen Therapien und sichten alle mitgebrachten Röntgen-, CT- oder MRT-Bilder.

Körperliche Untersuchung und Einordnung:

Die betroffene Knochenregion wird von unseren Fachärzten sorgfältig untersucht, um Schmerzpunkte, Schwellungen, die Belastbarkeit sowie die Gelenkfunktion genau zu analysieren.

Diagnostische Absicherung:

Bei Bedarf veranlassen wir ergänzende radiologische Untersuchungen, um die genaue Knochenstruktur und den Zustand des Bruchspalts lückenlos zu beurteilen.

Individueller Therapieplan:

Gemeinsam entscheiden wir, ob die fokussierte Stoßwellentherapie für Ihre Pseudarthrose die erfolgversprechendste Option ist, und legen die genauen Behandlungsparameter fest.

Gezielte Stoßwellenbehandlung:

Präzise Applikation der Stoßwellen auf die gereizten Muskel- und Sehnenübergänge zur gezielten Stimulierung des Gewebes, falls indiziert.

Nachsorge und Belastungssteuerung:

Wir geben Ihnen detaillierte Empfehlungen für das richtige Maß an Schonung und Belastungsaufbau an die Hand und vereinbaren Termine für radiologische Kontrollen.

Wie viele Sitzungen sind bei Pseudarthrose notwendig?

Der Umfang und die Häufigkeit der Stoßwellenbehandlung richten sich stark nach der betroffenen Knochenregion und dem Grad der vorliegenden Heilungsstörung. Als grobe Orientierung dienen bei einer Pseudarthrose meist drei bis fünf Sitzungen, um einen nachhaltigen biologischen Wachstumsreiz im Gewebe zu setzen. Diese Behandlungen finden in der Regel in einem zeitlichen Abstand von einer bis zwei Wochen statt, damit sich das behandelte Gewebe zwischenzeitlich regenerieren kann. Es ist wichtig zu wissen, dass der eigentliche Knochenumbau und die feste Durchbauung ein biologischer Prozess sind, der über mehrere Wochen bis Monate hinweg abläuft. Der langfristige Behandlungserfolg wird daher nach einiger Zeit durch regelmäßige radiologische Kontrollen engmaschig überwacht und dokumentiert.

Erfolgschancen: Wie gut hilft Stoßwellentherapie bei Pseudarthrose?

Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirksamkeit der extrakorporalen Stoßwellentherapie bei Pseudarthrosen ist überaus positiv und gut dokumentiert. Internationale klinische Studien berichten je nach Ausgangslage, Stabilität des Knochens und Lokalisation von beachtlichen Erfolgsquoten zwischen 60 und über 80 Prozent. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle durch die ESWT eine erneute, risikoreiche Operation erfolgreich vermieden werden kann. Der tatsächliche Erfolg hängt jedoch stark von individuellen Faktoren wie dem Durchblutungsstatus, der mechanischen Grundstabilität und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Im Stoßwellenzentrum NRW führen wir daher stets eine ehrliche, individuelle Erfolgsabschätzung durch, damit Sie genau wissen, was Sie erwarten können.

Kosten und Krankenkasse: Wird die Behandlung übernommen?

Die Kostenübernahme der Stoßwellentherapie bei einer nachgewiesenen Pseudarthrose gestaltet sich je nach Ihrem persönlichen Versicherungsstatus unterschiedlich. Private Krankenversicherungen und die Beihilfe übernehmen die Kosten für diese wissenschaftlich anerkannte und hocheffektive Behandlung in den allermeisten Fällen nach vorheriger Antragstellung komplett. Für gesetzlich versicherte Patienten handelt es sich bei der Stoßwellentherapie in der Regel um eine Selbstzahlerleistung, die als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) transparent abgerechnet wird. Wir empfehlen Ihnen jedoch, vor Beginn der Therapie Kontakt mit Ihrer Krankenkasse aufzunehmen, da in ausgewählten Einzelfällen eine freiwillige (Teil-)Erstattung möglich ist. Gerne erstellen wir Ihnen im Rahmen Ihres persönlichen Beratungstermins im Stoßwellenzentrum NRW einen transparenten Heil- und Kostenplan, den Sie bei Ihrer Kasse einreichen können.

Wann sollten Sie mit Verdacht auf Pseudarthrose zum Arzt?

Eine ausbleibende Knochenheilung ist kein Zustand, den Sie einfach aussitzen sollten, da chronische Fehlbelastungen zu dauerhaften Folgeschäden an Gelenken und Muskeln führen können. Sie sollten dringend einen spezialisierten Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen an der ehemaligen Bruchstelle auch drei bis sechs Monate nach dem Unfall unvermindert anhalten. Auch eine plötzliche Zunahme der Beschwerden, eine neu auftretende Instabilität oder ein tastbares Reiben im Knochenbereich sind dringende Warnsignale. Sollten sich zudem Entzündungszeichen wie eine starke Rötung, zunehmende Überwärmung oder gar Fieber zeigen, ist eine sofortige fachärztliche Abklärung unverzichtbar, um eine bakterielle Infektion auszuschließen. Zögern Sie nicht, uns frühzeitig zu kontaktieren – eine rechtzeitige Diagnose kann Ihnen oft langwierige Leidenswege und unnötige operative Eingriffe ersparen.

Fazit

Eine Pseudarthrose stellt eine ernstzunehmende und für Betroffene extrem belastende Störung der normalen Knochenheilung dar. Dank moderner medizinischer Verfahren müssen Sie sich heute jedoch nicht mehr automatisch mit einer erneuten, riskanten Operation abfinden. Die fokussierte Stoßwellentherapie bietet Ihnen eine hocheffektive, wissenschaftlich bestens belegte und vollkommen nicht-invasive Möglichkeit, Ihren Knochen schonend zur Selbstheilung anzuregen. Im Stoßwellenzentrum NRW stehen wir Ihnen mit unserer gesamten fachärztlichen Expertise, modernster Technologie und einem einfühlsamen Team zur Seite, um Ihnen den Weg zurück in ein schmerzfreies, aktives Leben zu ebnen. Lassen Sie uns gemeinsam klären, ob diese innovative Methode für Sie die ideale Lösung darstellt.

Wunschtermin vereinbaren: Vereinbaren Sie jetzt ein Beratungsgespräch im Stoßwellenzentrum NRW und lassen Sie abklären, ob die Stoßwellentherapie bei Ihrer Pseudarthrose sinnvoll ist.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten

Was ist eine Pseudarthrose?

Unter einer Pseudarthrose versteht man ein sogenanntes „Falschgelenk“. Sie entsteht, wenn ein Knochenbruch nach Ablauf von etwa sechs Monaten nicht stabil knöchern zusammenwächst. Der Körper bildet stattdessen eine instabile, bindegewebige Brücke zwischen den Knochenenden, die die Belastbarkeit der Extremität massiv einschränkt.

Wie merkt man, dass ein Knochen nicht richtig zusammenwächst?

Typische Symptome sind dauerhafte, oft dumpfe Schmerzen an der Bruchstelle, die insbesondere bei Belastung oder Druck zunehmen. Auch ein ausgeprägtes Instabilitätsgefühl, ein Kraftverlust sowie wiederkehrende Schwellungen und Rötungen im betroffenen Bereich sind klassische Anzeichen für eine gestörte Knochenheilung.

Muss eine Pseudarthrose immer operiert werden?

Nein, eine Operation ist nicht immer zwingend erforderlich. Zwar gelten chirurgische Verfahren wie die Verplattung oder Knochentransplantation bei instabilen Fällen als Standard, bei vielen Patienten kann jedoch mithilfe hocheffektiver, nicht-invasiver Alternativen wie der fokussierten Stoßwellentherapie eine erneute Operation erfolgreich umgangen werden.

Kann Stoßwellentherapie bei Pseudarthrose helfen?

Ja, die fokussierte, hochenergetische Stoßwellentherapie ist eine klinisch erprobte und wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode bei Pseudarthrosen. Sie setzt gezielte physikalische Reize an der Bruchstelle, welche die lokale Durchblutung reaktivieren, wichtige biologische Wachstumsfaktoren freisetzen und die Neubildung von Knochengewebe intensiv stimulieren.

Wie lange dauert die Heilung einer Pseudarthrose?

Da der biologische Knochenumbau und die stabile Durchbauung komplexe Prozesse sind, erfordert die Heilung Geduld und Zeit. Nach der Stoßwellenbehandlung läuft die Knochenneubildung über Wochen bis Monate ab. Der genaue Verlauf und die zunehmende Festigkeit werden in regelmäßigen Abständen radiologisch (per Röntgen oder CT) kontrolliert.

Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie bei Pseudarthrose?

Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten die Kosten für die fokussierte Stoßwellentherapie bei einer nachgewiesenen Pseudarthrose in der Regel vollständig. Bei gesetzlich versicherten Patienten handelt es sich meist um eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Es empfiehlt sich jedoch, vorab einen Heil- und Kostenplan bei der Krankenkasse zur Prüfung einer freiwilligen Einzelfallentscheidung einzureichen.

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Autor: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie - Sandro Meider

Sandro Meider studierte Humanmedizin an der Universität zu Köln und spezialisierte sich danach auf die Bereiche Orthopädie und Unfallchirurgie. Nach seiner Facharztausbildung und diversen Stationen in Kliniken und Fachpraxen erhielt er 2010 die Anerkennung als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seit 2011 ist er niedergelassener Arzt an der Facharztklinik LINKS VOM RHEIN in Köln. Sein Spezialgebiet ist die Stoßwellentherapie, die er nutzt, um seinen Patienten nicht-invasiv zu wieder mehr Beweglichkeit und Lebensqualität zu verhelfen. Als Hobbysportler (Tennis, Volleyball, Golf und Ski) weiß er, wie wichtig schmerzfreie Beweglichkeit beim Sport ist.

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